Sonntag, 9. Mai 2010

In Mainz am schönen Rhein

Nach einer guten Nacht habe ich mich heute morgen um halb 6 wecken lassen, habe noch den Rest zusammen gepackt, drei Toasts mit Honig verspeist und einen Becher Milchkaffee getrunken. Dann ab zur S-Bahn. In Mainz-Kastel ausgestiegen und über die Theodor-Heuss-Brücke zur Rheingoldhalle gelaufen, um die Startunterlagen zu holen. Gestern morgen glaubte ich noch, ich würde die Brücke während des HMs laufend passieren, aber als ich mir am Nachmittag die Route noch einmal genau ansah, stellte ich fest, dass die Brücke samt Schleife in Kastel nur für die Marathonis zu bewältigen war.

Es fing zu dröppeln an.

Das Startnummer abholen ging flott wie nix. Jeder bekam einen blauen großen Rucksackbeutel mit Marathon-Logo drauf, einen Schwamm und als Geschenk eine Gürteltasche mit Marathon-Logo drauf.

Von unserem Verein bekamen wir im Hilton einen Raum zur Verfügung gestellt, in dem wir uns umziehen konnten und genügend freie Toiletten für uns hatten. Sehr gut, denn ich hasse das Schlangestehen vor den Dixis, vor allen, wenn einem dann die Zeit davon zu laufen scheint.

Das Dröppeln ging über in leichten Regen.

Dann noch mit ein paar Vereinskollegen geschwätzt und beratschlagt, was klamottenmäßig besser geeignet sei bei dem Wetter. Nun gut, ich hatte keine Wahl - ich entschied mich schon zu Hause für oben und unten kurz und für die CEPs. Und dann natürlich meine neuen Sauconys, die sich erneut als Topschuh erwiesen haben.

Der leichte Regen ging über in Dauerschauer. Man könnte auch Landregen sagen.

Ich schickte noch eine SMS an den besten Freund: "Hier schüttet es - das kann ja was werden...". Dann war es Zeit, sich das Nass persönlich anzusehen.

Tja, es war ätzender als es aussah. Es war nämlich mit 10 Grad recht kalt. Ich habe geschnattert und gezittert und mein Schatz hat mich mit dem Schirm bis zum 4. Startblock begleitet, damit ich wenigstens obenherum noch einigermaßen bis zum Start trocken blieb. Noch 10 Minuten bis zum Start.Warmlaufen habe ich mir verkniffen. Ich stelle mich doch nicht erhitzt bei Regen und 10 Grad zum Warten an!

Der Start war pünktlich. Es ging gleich in nördliche Richtung nach Mombach, das ich ganz gut kenne. Keine optische reizvolle Gegend, aber was solls. Ich war ja nicht zum Sightseeing dort. Witzig fand ich, dass man durch das Schott-Werksgelände lief. Den ersten Getränkestand habe ich ignoriert, beim zweiten habe ich einen Schluck Wasser genommen. Und weiter. Immer mit Blick auf den Forerunner. Die ersten 3 km wollte ich nicht schneller als 5:45 laufen und das klappte auch. Dann wollte ich aufdrehen. Letztendlich habe ich aber erst bei km 5 das Tempo erhöht und bin dann durchwegs bei um die 5:30 +/- gelaufen.

Und es lief super. Kein trockener Mund, den ich sonst so oft habe, kein Zwicken, kein Zwacken, nichts hat weh getan (kommt bei mir auch immer mal vor) und ich fühlte einfach, dass es gut lief, dass heute die sub 2 wieder einmal klappen könnte.

Mainz hat ein tolles Publikum. Zwar nicht an der ganzen Strecke, aber doch recht stark vertreten und nicht nur in der Altstadt. Da ist die Hölle los. Da bin ich fast den Tränen nah durchgelaufen, nein durchgeflogen. So sehr tragen einen da die Zuschauer (km 12 - 13). Das alleine ist es schon Wert, dort zu laufen.

Dann ging es weiter in den Süden. Nochmal einen Becher mit Frubiase genommen (sicher ist sicher) und ab ging es in Richtung Weisenau. Man läuft ca. 4 km hin und 4 km zurück, was mir eigentlich nicht so gut gefällt, aber man ist so abgelenkt durch die Leute und die Bands am Straßenrand, da habe ich diesen Teil auch gut bewältigt.

Bei km 18 der Blick auf die Uhr und die Hochrechnung des Tages: wenn ich jetzt im etwas unter 6er Schnitt heimlaufen würde, würde ich unter 2 Stunden bleiben. Also, los! Und ich habe alles gegeben. Immer den Blick auf den Forerunner. 5:30, 5:33, 5:40 - ja es könnte klappen.

Und es hat geklappt! :) Offizielle Zeit 1:59:26. Mein Schatz hat mich im Zieleinlauf erwartet und mich beglückwünscht. Wir haben uns dann noch den Marathonsieger angesehen, der bei 2:10 ins Ziel kam. Eine Gazelle aus Tansania, natürlich.

Und es war so (gefühlt) kalt. Schnell noch die Finishermedaille in Empfang genommen, einen Becher Erdinger Alkoholfrei abgegluckert und zurück ins Hilton, wo ich mir sehr erleichtert und froh warme und trockene Klamotten anziehen konnte. Rück-SMS vom besten Freund: "Ich habe dich gerade im Fernsehen gesehen!"
Huch! Da muss ich später mal SWR3 Sport schauen.

Mein persönliches Fazit: die letzten 3 längeren Läufe im Training haben es m. E. gebracht. Gut war auch, dass ich seit Dienstag nicht mehr gelaufen bin. Ich war komplett ausgeruht. Mainz hat mir Spaß gemacht - und da man die Brücke und die Schleife in Kastel als Marathoni nur einmal laufen muss und die Wendestrecke nach Weisenau auch nur einmal absolvieren muss, ist die Strecke eigentlich nicht schlecht für einen Marathon. Das behalte ich auf jeden Fall im Auge. Persönlich hätte ich es mir etwas wärmer gewünscht. Der Regen war nicht schlimm, er war auf jeden Fall besser als Sonne. Gegen die vielen Pfützen half nur vorausschauendes Laufen, was leider nicht immer möglich war. Manche Straßenteile- oder ecken waren ein bißchen zu schmal für die vielen Leute. Ich hätte ab und an schneller laufen wollen, konnte es aber nicht. Aber ok, ich bin sehr, sehr zufrieden.

Und hier seht ihr mich nach dem Zieleinlauf...



Danke an alle, die mir die Daumen gedrückt haben. :)
Jetzt wird noch ein bißchen gefeiert. Ein Gläschen kann ich mir ja jetzt wieder gönnen.

8 Kommentare:

  1. Glückwunsch zu der Sub2!
    Haste prima hingekriegt. Und da bei dem Schei..-Wetter!

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  2. Glückwunsch zu deinem tollen Lauf; jetzt aber mal gute Erholung und dann wieder keep on running LG

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  3. Klasse Leistung, klasse Bericht :-)
    Herzlichen Glückwunsch.
    ..und du siehst so aus als ob du noch 21,1Km laufen könntest ;-)

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  4. Danke euch allen! :)
    Ja, ich hatte erstmals das Gefühl, dass ich noch hätte weiter laufen können. Aber noch einmal 21,1 km sicherlich nicht.
    Ich werde aber dran arbeiten. ;)

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  5. Supertolle Leistung, Sabine! Und Dein Bericht ist so gut geschrieben, dass man richtig mitleben und -laufen kann!

    lg
    Sabine

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  6. Tschakka!!!! Unter 2 Stunden - eine tolle Leistung, auch angesichts der fiesen Bedingungen! Vielen Dank, liebe Sabine, für's Mitlaufen-Lassen! Und du siehst noch richtig gut aus nach dem Zieleinlauf ... :-)

    Liebe Grüße, gutes Mini-Tapering und viel Erfolg am Do (aber aufpassen, nicht dass es dir geht wie mir und du die lädierte Muskulatur überstrapazierst)
    Anne

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  7. gratuliere :) So einen tollen Verein hätt ich auch gern, glatter Luxus :) Bei uns langt's nicht mal für ein Vereins-Shirt...

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