Dienstag, 3. März 2009

Schmerzhaft zur persönlichen Bestzeit

Ein Zuckerschlecken war es nicht, aber ich bin dennoch mit persönlicher Bestzeit von 2 Stunden und 7 Minuten ins Ziel gekommen. Darüber bin ich natürlich glücklich.

Aber nun der Reihe nach.

Das Wetter spielte mit, es waren ca. 6 Grad und es war freundlich, später sogar sonnig und etwas wärmer. Beim Warmlaufen spürte ich schon, dass ich irgendwie nicht richtig fit bin. Nach dem Warmlaufen hatte ich das Gefühl, ein Glas Wasser trinken zu müssen. Das ist eigentlich kein gutes Zeichen bei mir. Mein Laufkumpel U. wollte mich ein wenig ziehen, aber ich wusste gleich, dass das keine gute Idee war. Er hat sich dann auch nach ca. 2 km abgesetzt, denn warum soll er sich meinetwegen die Zeit versauen? Er ist einfach schneller als ich, da brauche ich mir gar nichts vormachen. Ich wollte sowieso "mein Ding" laufen. Ich war erstaunlich flott unterweg. Meine Forerunner hatte ein Problem und zählte nur die absolvierte Zeit, nicht die km und nicht die Pace. Das war natürlich ärgerlich. So habe ich darauf geachtet, dass ich jeden km bei höchstens 6 Minuten absolviere. Das klappte auch ganz gut. Die 10 km Marke passierte ich bei 57 Minuten und ein paar Gequetschten. Aber... bei km 7 fing meine Hüfte so langsam an zu mucken. Das wurde im Verlauf des HM immer schlimmer. Bei km 11 - 12 war es ganz besonders ätzend, aber es war immer noch auszuhalten. Ich kannte viele Leute an der Strecke, die mir zuriefen und Mut zusprachen - das war natürlich sehr schön. Die Runde durch die Stadt ist eigentlich die interessanteste an der ganzen Strecke, denn der Weg dorthin und zurück ist der gleiche und dieser führt entlang einer Schnellstraße. Das kann sehr schnell demotivieren, vor allem auf dem Rückweg. Aber ich kannte die Strecke und wusste, was noch kommt. Ab km 14 fiel es mir dann richtig schwer und ich wurde auch etwas langsamer. Ab km 16 dachte ich zum ersten Mal ans Aufhören. Jeder Schritt fiel mir schwer und tat weh und es ging leicht bergauf. Ich dachte, ich komme kaum vom Fleck. Aber den anderen ging es teils auch so. Also wollte ich dann langsamer weiterlaufen. Bei km 18 war mir klar, dass ich jetzt nicht mehr aufgeben kann, so kurz vor dem Ziel. Die 20 km Marke war die reinste Erlösung. Jetzt musste ich nur noch knapp 6 Minuten aushalten. Weg waren die Schmerzen, die schweren Beine, ich habe mich irgendwie aufgerafft und konnte nochmal etwas zulegen. Vor dem Ziel standen schon Vereinskameraden und Freunde und puschten mich nochmal ins Ziel. Auch da konnte ich nochmal etwas zulegen.

Ich muss ganz klar sagen, dass überwiegend meine positiven Gedanken ausschlaggebend dafür waren, dass ich den Lauf beendet habe. Ich habe mir in kritischen Momenten immer wieder eingeredet, dass es doch gut läuft, dass ich gut vorbereitet bin, dass ich locker bin, dass ich nicht aufgebe usw.

Vielleicht bin ich für meine Verhältnisse auch etwas zu schnell angegangen. Es ist müßig, darüber noch weiter nachzudenken. Da ich meine Zeit vom Vorjahr verbessern wollte, musste ich schneller laufen. Und dass mir dass in der ersten Hälfte besser gelingen würde, war ja klar.

Ich war nun auf gleicher Strecke über 8 Minuten schneller als letztes Jahr. Ein schöner Erfolg.

Meine Hüfte, die Füße und die Beine taten mir im Komplettpaket den ganzen Sonntag noch weh. Die Hüftschmerzen sind zum Glück so gut wie weg. Einzig ein bißchen Muskelkater ist noch übrig, aber den nehme ich gerne in Kauf.

Meine Pläne, einmal einen Marathon zu laufen, sind - glaube ich - zwischen km 14 und 16 gestorben. Ich bin nicht der Typ, der sich beim Laufen quälen möchte. Viel lieber möchte ich Genussläuferin sein. Aber eine ambitionierte.

5 Kommentare:

  1. Hallo Sabine,

    hier ist er ja, der Bericht auf den ich schon so sehnsüchtig gewartet habe!

    Einerseits positiv von der erreichten Zeit her, andererseits leider nicht so positiv, was die Schmerzen, was das Quälen anbelangt...- schade, dass du diese Probleme mit der Hüfte hast!
    Aber vielleicht wird das ja mit den Laufjahren noch besser und vielleicht musst du mit den ganz langen Strecken einfach noch ein wenig warten? Aber ich habe dazu zu wenig Erfahrung, da gibt es andere, die sicher besser Rat geben können...
    Ambitionierte Genussläuferin - das klingt gut!
    Lass uns diesen Weg weiterhin gemeinsam (wenn auch über Hunderte von Kilometern entfernt) laufen :-)
    Ganz liebe Grüße
    Eva

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  2. Herzlichen Glückwunsch zu Deiner großartigen Leistung. :-)
    Von einem Genussläufer, der jedoch nicht ambitioniert ist.

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  3. Gratuliere Dir !! Ist doch ne richtig tolle Leistung, denn Du hast Dein reales Dir selbst gestecktes Ziel erreicht.
    Aber noch mehr gratuliere ich zu der Einsicht im letzten Absatz, gefällt mir sehr gut, diese Einstellung :-)

    Salut

    Christian

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  4. Das ist doch wunderbar. Ich gratuliere dir zu dem Erfolg! Auch wenn es nicht immer rund lief - du hast es geschafft!

    Und du möchtest dich nicht quälen? Dann solltest du vermutlich die kurzen Läufe nicht machen. Alles was auf der Bahn stattfindet, gehört für dich verboten ;) Aber Marathon? Der kann doch auch schön sein ;) Es sollte nur vielleicht lieber ein Landschaftsmarathon sein? ;)

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  5. Ohhhh Sabine, erst einmal herzlichen Glückwunsch!!!
    Die Zeit ist super und Deine Verbesserung zum Vorjahr spitzenklasse!!
    Wie schade bzw. tut es mir einfach unheimlich leid das es kein ganz schöner Lauf war – aber am Ende zählt das Du Dich durchgekämpft hast und das ist eine Leistung für sich!
    Ruhe Dich gut aus und dann ist das Jahr noch jung ... ;)

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