Im Februar habe ich einen Rekord aufgestellt: ich habe mir 19 x die Laufschuhe geschnürt und bin 205 km gelaufen. Das habe ich vorher noch nie in einem Monat geschafft. Die längsten Läufe waren einmal 17 und einmal knapp 20 km.
Und das, wo der Februar nur 28 Tage hatte und die Läufe am Anfang des Monats noch durch Schnee und Eis bedingt beschwerlich waren.
Angesichts meiner Marathon-Ambitionen habe ich versucht, erst einmal das Wochenpensum hochzuschrauben, was mir ganz gut gelungen ist (Laufleistung letzte Woche über 70 km). Der geplante lange Lauf von 30 km musste aus Zeitgründen einem 20 km Lauf weichen, aber letzten Sonntag hätte ich auch nicht viel weitere km mehr geschafft. So ab km 18 habe ich oft einfach keine Lust mehr. Und da beginnt nämlich mein eigentliches Problem: für die richtig langen Läufe, die man in der Marathonvorbereitung laufen muss, kann ich mich nicht richtig begeistern. Zudem ist noch mein Dauer-Trainingspartner durch eine Fußverletzung ausgefallen und ich stehe so ziemlich alleine da. Klar, ich kann immer noch mit den Laufgruppen meines Vereins mitlaufen, aber es ist nicht das selbe. Wenn man ein eingespieltes Team ist, ist es einfach blöd, wenn der andere ausfällt.
In knapp 2 Monat ist der Marathon und ich habe bis dato keinen langen Lauf aufzuweisen. Am kommenden Wochenende habe ich durch Besuch bei mir im Haus keine Zeit, mich 3 Stunden auf die Piste zu begeben. Zudem streicht mir ein Freund am Sonntag das Badezimmer und wir sind später mit Freunden zusammen verabredet. Am Wochenende darauf laufe ich einen Halbmarathon - da würden mir dann erneut 10 km fehlen. Und nach der Arbeit bin ich oft zu müde und ausgelaugt, um noch 3 Stunden oder mehr zu laufen.
Irgendwie kommt mir der Marathon doch zu früh. Und wenn ich nicht richtig vorbereitet bin, brauche ich als Debütantin dort gar nicht antreten. Ich tendiere sehr stark dazu, den Marathon nícht zu laufen, sondern dafür einen halben und den dann volle Power.
Und was mir noch aufgefallen ist im Februar: einige Läufe bin ich aus "Pflicht" gelaufen. Klar, man muss ja eine gewisse läuferische Mehrleistung in der Vorbereitung bringen. Und das, was noch käme, wäre auch "Pflicht". Und das nimmt mir so langsam den Spaß am ungezwungenen Laufen, denn ich laufe nicht mehr so richtig freiwillig. Und diese Erkenntnis hat mich ziemlich erschrocken.
Ich muss alles noch einmal überdenken, aber ich glaube, meine Entscheidung ist tief im Inneren schon gefallen. Es gibt noch andere Marathons, es muss (wenn überhaupt) nicht dieser sein. Ich brauche mehr Zeit an Vorbereitung. Ich brauche mehr Zeit, meinen Körper an die Mehrbelastung zu gewöhnen. Ich bin nicht mehr 20 oder 30.
Ich laufe, um mir Gutes zu tun, um gesund und fit zu bleiben, um Abzuspannen, um mir mal kulinarisch etwas mehr als üblich gönnen zu können, um mich in der freien Natur bewegen zu können, um mit Gleichgesinnten einen Sport auszüben und, und, und. Aber nicht, um irgendwelche Pflichtläufe zu erfüllen. Ich will meinen Körper nicht überstrapazieren. Dafür ist mir ein Marathon nicht wichtig genug.
Mein momentan ambitionierteres Training werde ich aber fortführen. Einfach, weil ich es will und ich möchte ja bei den Halbmarathons eine gute Zeit laufen.
Liebe Sabine,
AntwortenLöschenwie gut ich dich verstehen kann! Wenn das Laufen zur Pflicht wird, wenn man oft nur unterwegs ist, um sein Pensum zu schaffen, wenn es Stress ist, "irgendwie" die notwendigen langen Läufe in den Zeitplan zu quetschen - dann kommt der Marathon zum falschen Zeitpunkt. Klar, du könntest es schaffen. Aber ich glaube, du würdest dich mehr über deine Zielankunft freuen, wenn die Vorbereitung gut und glatt lief und du den Eindruck hast, alles für dein Ziel getan zu haben!
Auch der Herbst hat noch schöne Marathons - und bis dahin hast du viel Zeit, deinen Körper an regelmäßige hohe Umfänge zu gewöhnen und an deiner Grundschnelligkeit zu arbeiten (ein paar flotte "Halbe" sind gut für's Ego!").
So werde ich es wenigstens machen - auch ich bin ja nicht mehr das neueste Modell. Und wenn mein Körper dann "Nein" sagt oder der Kopf murrt wie deiner, weil er Laufen als reines Pflichtprogramm nicht mag - dann werde ich irgendwann trotzdem glücklich und zufrieden sterben können, auch ohne jemals in meinem Leben einen Marathon gelaufen zu sein!
Ich wünsche dir eine gute Entscheidung ... du bist auf dem besten Weg dorthin.
Liebe Grüße
Anne
Liebe Anne, danke für deine Worte. Die haben mir richtig gut getan. :)
AntwortenLöschenHallo,
AntwortenLöschenich kann Anne nur zustimmen und kann dem eigentlich auch Nichts hinzufügen. Es war sicher keine leichte Entscheidung. Mir geht es auch besser mit dem Gedanken keinen M mehr laufen zu MÜSSEN
Ich finde wenn Du einen Marathon wirklich laufen magst dann ist die Trainingsvorbereitung kein Hindernis. Der Gedanke an den Marathon trägt und motiviert. In so fern Du das auch wirklich willst.
AntwortenLöschenAber wenn dir das schon streßig vorkommt und du dein Ziel verlierst dann ist der Wille nicht stark genug.
Verschiebe deinen Marathon und laufe mit Freude. Das ist weit wichtiger als der lange Lauf. Es schreibt dir ja keiner vor was, wie und wann du welchen Wettkampf zu laufen hast.
Das wichtigste ist nur das Du hinter der Entscheidung stehen mußt ohne dir ein schlechtes Gewissen einzureden.
Wie Anne es schon geschrieben hat "ein paar flotte "Halbe" sind gut für's Ego!"
...und warum genau vergesse ich dir zu dieser tollen Kilometerleistung zu gratulieren?
AntwortenLöschenWirklich eine tolle Leistung. Hut ab!
Ach liebe Sabine,
AntwortenLöschennachfühlen kann ich es ... und ein wenig tut es auch weh, gell? Auf der anderen Seite ist aufgeschoben nicht gleich aufgehoben und der nächste, Dein Marathon kommt garantiert. Aber wenn der Spaß droht verloren zu gehen und alles mehr zur Pflicht wird, dann ist es wichtig und richtig ein wenig zu bremsen ... laufen soll und (nach meiner Meinung zumindest) muss Spaß machen, sonst wird das nichts ...
Puhhh, ganz schön viele Kilometer hast Du im Februar erobert, das ist was und ich bin gespannt wie der Halbe wird, ich glaub gut, gell? ;)
@Luller-Lergi: ja, ich fühle mich jetzt auch besser. Erleichtert irgendwie.
AntwortenLöschen@ Sinusläufer: Mag sein, dass es am Willen liegt. Ganz sicher. Ich quäle mich so ungern. ;) Warum auch? Noch mit 30 hätte ich DAS nicht durchgehen lassen. ;)
AntwortenLöschenGenau: es schreibt mir ja keiner vor was, wie und wann ich welchen Wettkampf zu laufen habe.
Und danke für die Gratulation zu meiner Monatsleistung.
@ Pienznäschen: Ja, es war keine leichte Entscheidung. Aber am Sonntag habe ich plötzlich gespürt: ich kann es nicht. Jedenfalls nicht so bald.
AntwortenLöschenAber nun fühle ich mich besser. Für den HM habe ich mir "sub 2:00" gesetzt, das sollte drin sein.
Danke für deinen mitfühlenden Kommentar. :)