Montag, 19. April 2010

Holter-die-Polder

Am Samstag habe ich beim Polderlauf im schönen Laubenheim am Rhein teilgenommen. 15 km standen auf dem Plan und die wollte ich unter 1:30 laufen.

Die Startgebühr betrug läppische 5 Euro und es gab noch ein Funktions-T-Shirt zum gleichen Preis zu erwerben. Das habe ich gleich mitgenommen. Wer läuft heute noch in Baumwolle?

Ich begann mich dann einzulaufen und lief 2 x die komplette Tartanbahn und fühlte mich keineswegs leicht und bereit, gleich "volle Pulle" zu laufen. Über 1:30 wollte ich mir aber auf keinen Fall antun und komisch, wenn dann mal der Startschuss fällt, läuft es irgendwie dann doch.



Start war genau am gleichen Ort, wo ich im Februar mein Lauf ABC hatte, nämlich am Sportplatz des ortsansässigen Leichtathletikvereins. Da es erst der 2. Polderlauf in der Vereinsgeschichte war, hatte man wohl mit dem Andrang nicht gerechnet. Aber so ist das mit den Laufveranstaltungen: die Teilnehmerzahlen steigen von Jahr zu Jahr. Das Wetter war toll, die Strecke versprach flach und asphaltiert zu sein und das konnte auf gute Zeiten deuten. Entsprechend war also der Andrang. Gut, es war nicht so doll, aber immerhin musste der Start von 14 Uhr auf 14.10 Uhr verlegt werden. Zuerst starteten die 15 km-Läufer, dann gab es noch einen 5 km-Lauf und 7 km Walking. Aber nach uns.

Wir wurden nach einer halben Runde im Stadion raus auf die Felder geschickt. Die Wege waren wirklich flach bis auf ein paar Erhöhungen über die Polder (wie kleine Deiche) und asphaltiert. Ich hatte mir letztens eine Lauf-Sonnenbrille zugelegt und ich war gut beraten, sie angezogen zu haben. Viele kleine Mücken turnten in der Luft herum, der Wind war heftig und kühl (was ein Vorteil war, denn die Sonne knallte schon ganz schön vom Himmel) und wirbelte so manchen Staub auf. Meine Schuhwahl fiel übrigens auf meine neuen Asics, die Gel Landreth 5.

Am Start stand ich mit einer jungen Frau der W30, die verlauten ließ, dass dies ihre zweite 15 km Distanz überhaupt sei und wenn sie diese nicht schaffe, bräuchte sie erst gar nicht den Halbmarathon in Mainz in 3 Wochen antreten. Manche haben echtes Gottvertrauen... Diese Frau jedenfalls legte schon am Start einen Spurt hin und ich dachte noch, ob sie sich damit einen Gefallen tut? Ich hatte sie jedenfalls fast im gesamten Rennen im Auge - weit vor mir. Irgendwann schien der Abstand kleiner zu werden. Nicht, dass ich unbedingt schneller wurde (ich bemühte mich um ein gleichmäßiges Tempo, wollte nicht den gleichen Fehler machen wie in Frankfurt beim Halbmarathon), aber sie wurde anscheinend langsamer.

Die Strecke führte an Wiesen und Feldern vorbei, bei km 6 gab es einen Getränkestand. Die zwei Leute dort waren völlig überfordert mit den Läufern. Sie füllten die Becher voll Wasser just in dem Moment als ich am Stand ankam. Hallo? Ich brauchte 2 Becher - einen zum Trinken und einen zum Überkippen. Das müsste eigentlich besser organisiert sein!

Bei km 12 hatte ich dann die W30 Dame überholt. Wir grüßten uns freundlich und ich zog weiter. Ich spürte, dass sie nichts mehr dagegen zu bieten hatte. Und weiter! Dann noch eine 3/4 Runde im Stadion und ich war bei 1:25:51 im Ziel. Prima - ich war sehr zufrieden.

Später hatte ich noch Gelegenheit, mich mit der W30 Dame auszutauschen. Ich meinte, sie sei in meinen Augen zu schnell angegangen und sie bestätigte dies, indem sie meinte, sie habe das bereits nach 4 km bitter gespürt. Hut ab, dass sie sich dann so gehalten hat. Sie kam jetzt nicht so viel später als ich ins Ziel, aber sie hat Durchhaltevermögen bewiesen.

Mein Schatz wartete im Ziel auf mich und nachdem ich geduscht hatte (fast leerer Duschraum, warme Duschen), sind wir zu einem benachbarten Weingut gefahren und haben es uns bei Wein und Speis' gut gehen lassen.

Am Sonntag war ich dann ganz alleine für mich im Wald und bin 12 km ausgelaufen. Und wisst ihr, was besonders schön war? Kein Flugzeug am Himmel! Dort, wo ich mein Laufrevier habe, ist nämlich sonst sehr viel los am Himmel. Aber gestern.... nur Vogelgezwitscher war zu hören und hier und da ein pochender Specht.

Heute ist REG angesagt. Ich laufe nicht - nur zur U-Bahn und zurück. ;)

5 Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch. Hört sich alles locker und leicht an :-) und das alles ganz ohne Plan.
    Ghet doch

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  2. Fein gemacht! Liest sich alles sehr entspannt, auch wenn das mit der Getränkeversorgung natürlich blöd gelaufen ist (hatte ich auch schon, scheint leider immer wieder mal vorzukommen :-( ) . Und dann am Tag darauf den Flugzeug-freien Himmel genießen dürfen - Läuferinnenherz, was willst du mehr?!

    Gute Erholung, liebe Sabine, und lG,
    Anne

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  3. Tzzztzzz, da läufst Du einfach so einen 15-Km-Lauf in ner flotten Zeit und kündigst das gar nicht groß an ;) Herzlichen Glückwunsch :)

    Puhhh, bei km 4 schon zu spüren das es zu flott war und dann noch so durchhalten, das ist klasse und vielleicht siehst Du sie ja in Mainz wieder?

    Ohne Sonnenbrille mag ich gar nicht mehr laufen und bei jedem kleinsten Fitzel Sonne und somit Sonnbrillengenehmigung stit sie auf meiner Nase.

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  4. Hast Du gut gemacht, Sabine! Glückwunsch! Und es ist ja doch ganz "angenehm", wenn die "Konkurrentinnen" mal von selber langsamer werden und nicht eingeholt werden müssen... ;-)

    lg aus Wien
    Sabine

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  5. naja, wenn der Orga-Beitrag nur 5 EUR sind, dann sind ja Engpässe an den Wasserstationen irgendwie verzeihlich.. ich sag nur: WIEN...

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